Die Heldinnenreise und das Karma. Warum dein Weg nicht wie der der anderen aussieht
Warum für dich als Frau die Heldenreise nie gepasst hat (The Hero’s Journey)
Sicherlich hast du schon mal von Joseph Campbell gehört, wenn du dich mit esoterischen Themen oder mit der Mythologie beschäftigst. Seine Konzepte verwendet man auch gerne in der Astrologie oder Tarot, aber vor allem bei Autoren und Storytelling jeglicher Art.
Campbell beschrieb 1949 die Reise des Helden, (“The Hero’s Journey): Der Held, der auszieht (von zuhause), kämpft und dann den Drachen tötet, also etwas erobert und letztendlich als Sieger zurückkehrt. Kämpfen, aufsteigen und nach außen gehen, ziemlich maskulin und etwas, das wir sehr gut kennen. Diese Reise, also dieser psychologischer Transformationsprozess, wird dir seit deiner Kindheit erzählt, in jedem Film, in jedem Karriereratgeber und in jeder Version eines “gelungenen Lebens”.
Ich persönlich mag Campbell’s Werke und Sichtweise, aber das heißt nicht, dass er vollkommen ist, keiner von uns ist vollkommen. Oft konnte ich mich gar nicht darin sehen, weil mir immer die Bilder von einem Ritter, einem Abenteurer oder eben egal welchem Helden auch immer vor Augen kam, im “männlichen Gewand”. Etwas hat mir gefehlt, so linear sind die Lebensläufe von Menschen nicht. Und vor allem nicht von Frauen und Männern gleichermaßen.
Arnold Böcklin (Swiss, 1827-1901)
Die Innere vs. die äußere Reise
Wenn auch du dich und in deiner Story dabei immer wieder falsch oder fehl platziert gefühlt hast, hat das einen guten Grund. Jedenfalls ist das für mich etwas gewesen, wo es an einer bestimmten Stelle in meinem Kopf und im Herzen nicht ganz aufging. Ich dachte mir, wie ich raus aus meinem Zuhause gehen, alles hinter mir lassen soll, als Frau, mit Kind, in dieser Gesellschaft… und gegen meine Drachen (Dämonen) im Leben kämpfen soll. Wir sprechen hier tatsächlich von einem Unterschied wie Tag und Nacht, wie Yin und Yang. Auch wenn das möglich ist, die emotionalen Anker, die dich an bestimmte Orte, Menschen oder Erinnerungen festhalten, sind nicht so einfach zu überwinden.
Bis ich die Studentin von Campbell, Maureen Murdock kennenlernte. 1983 sagte Campbell zu seiner Studentin Maureen Murdock einen Satz, den ich äußerst interessant und einseitig finde:
"Frauen müssen die Reise nicht machen. In der ganzen mythologischen Tradition ist die Frau schon da. Sie muss nur begreifen, dass sie der Ort ist, zu dem andere wollen."
Immer wieder amüsant zu sehen, dass, egal um wen es handelt, eine gewisse Angst oder Ablehnung des Weiblichen zu beobachten ist… War das Mysogynie oder Sexismus…? Jedenfalls wurde Campbell von manchen Stimmen genau als solcher beschrieben. Ich persönlich finde, dass er keineswegs mysogyn ist, sondern einfach einen blinden Fleck bei der ganzen Sache hat. Schließlich kann er eine Frau, als Mann, nicht verstehen, vor allem nicht im realen Leben. Ich hatte Glück, dass mein Lehrer und Mentor der karmischen Astrologie, aber auch Carl Gustav Jung einen völlig anderen, realeren Blick auf Frauen und das Weibliche hatte, als Campbell.
Murdock widersprach ihrem Lehrer Campbell und schrieb fast schon als Gegenstück zum “Heroe’s Journey” in 1990 “The Heroine's Journey”, die Heldinnenreise, als Antwort und zwar mit einer Beobachtung: Frauen, die den männlichen Weg gehen, funktionieren eine Zeit lang. Sie steigen auf, sie leisten und sie erreichen auch Ziele, wo wie es dieses System und diese Gesellschaft von ihnen erwartet. Dann bricht aber etwas ein, weil äußerer Erfolg die innere Leere, die viele dieser Frauen in sich spüren, nicht schließt und die Frauen in ihrer eigenen Natur nicht angekommen sind, obwohl das womöglich ihr innerster Wunsch war…
Wer sind eigentlich die Drachen dieser Frauen, die sie erlegen müssten? Und was “erobern” sie? In welchem Kontext geschieht das? Laut Campbell haben Frauen nichts zu erobern, da sie im Grunde jene sind, die erobert werden. Aber da hat er leider zu kurz gedacht bzw. nicht fertig gedacht. Seine Studentin hat das für ihn übernommen. Er muss dennoch ein guter Lehrer gewesen sein, wenn ihn seine Studenten übertreffen können, oder nicht? :)
Die drei Phasen der Heldinnenreise
Was ist nun die Heldinnenreise nach Maureen Murdock? Was unterscheidet Frauen von Männern in ihrem Transformationsprozess? Und wie finden sie zu ihrer eigenen Individuation (laut C.G. Jung)? Während die Heldenreise von Campbell im Außen stattfindet, geschicht der Transformationsprozess laut Murdock im Inneren. Das gesellschaftliche System, vor allem das Belohnungs- und Status-System, die Definition von Karriere und Erfolg funktionieren in einem patriarchalen System perfekt. Das Patriarchale System ist zwar nicht einmal gesund für die Männer, aber lassen wir das mal so stehen.
Nur, welche Position haben Frauen in diesem patriarchalen Gefüge? Kann sie überhaupt erfüllt leben, in dieser Struktur, was so gar nicht ihrer eigenen Natur entspricht? Es wird nichts mehr für Frauen erobert und Frauen haben bereits längst verlernt, anzunehmen und zu verlangen. Die Mythologien und Geschichten wiederspiegeln unsere aktuelle, gesellschaftliche, kollektive Wahrheit der Frauen nicht mehr, schon sehr lange nicht mehr… Die Venus auf der Ottomane ist nun mehr in ein Rennpferd bzw. eine eierlegende Wollmilchsau mutiert. Die Frau von heute soll alles für jeden gleichzeitig sein. Einen Drachen zu erlegen ist bestimmt einfacher.
So wie der Rhesus-Faktor bei Blutgruppen mit RH positiv und RH neativ nicht verträglich sind, so ist die Heldenreise bzw. die aktuelle Gesellschafsstruktur, die Erfolg und Erfüllung definiert, unverträglich für eine Frau, die diese innere Erfüllung sucht.
Drum sieht die Heldinnenreise komplett anders aus und fängt an der Stelle an, wo der “Held” sein Ziel erreicht hat: Desillusionierung. Murdock beschreib ab diesem Zeitpunkt die drei Phasen ihres Modells mit Abstieg, Suche und der Rückkehr.
Abstieg: Die Illusion zerbricht und die Rolle, die du gespielt hast, funktioniert nicht mehr. Es ist kein Absturz, den du gewählt hast und das Schlimmste dabei ist, dass du dabei nichts falsch gemacht hast.
Suche: Du isolierst dich und ziehst dich zurück. Die Maske ist gefallen und du weißt gleichzeitig nicht mehr weiter. Die Suche führt an Orte, die wehtun, wie die eigene Wunde, die Ahnenlinie und vor allem die Mutterwunde. Hier kommt keine Antwort mehr von außen und du musst komplett hinabsteigen in die bisher unentdeckten dunklen Kammern deiner Seele.
Rückkehr: Es ist keine Leistung, die du dafür erbringen musst. Das ist der Moment, in dem du aufhörst, gegen deine eigene Natur zu arbeiten und anfängst, sie zu bewohnen, also ankommst und deinen Platz in der Welt findest.
Was die Astrologie damit zu tun hat
Sehr, sehr viel. Ich weiß zwar nicht, wofür du persönlich die Astrologie nutzt, aber, wenn du dich insbesondere gerade hier befindest und dich für karmische Astrologie interessierst, dann geht es dir nicht einfach um populistische, hohle Deutungen und Charakterbeschreibungen, sondern um deine eigene Transformation. Ich habe bisher keinen tieferen Zugang zu dieser Eigentransformation gefunden, wie ihn mir die karmische Astrologie gegeben hat. Denn viele Fragen, die man sich stellt (vor allem die “Warum?”-Fragen), die sich rein psychologisch oder maximal nur bis in den Mutterleib zurückverfolgen lassen, enden genau dort. Die Epigenetik versucht Spuren und Muster der Ahnen zu erklären.
Aber wenn wir von Karma und Reinkarnation sprechen, dann bleibt die Antwort auf dein Warum nicht in der eigenen Ahnenlinie beschränkt, da sie über viele Leben hinausgeht. Einen konkreten Hinweis zu dieser seelischen Vergangenheit liefert dir die karmische Mondknotenachse.
Der Südknoten zeigt dir die Rolle, in die du immer wieder zurückfällst. In der karmischen Astrologie ist hier die Rede von Erfahrungen aus 7 bis 9 Leben, unser Karmadepot. Er ist die Komfortzone, die nicht deine ist und es ist das alte Muster, das dich dorthin zieht, wo du schon hauptsächlich warst. Das ist der Abstieg und deine Abwärtsspirale, die dich an deiner seelischen Evolution hindert, sofern du deine Energie und Zeit unnötig weiterhin darin verschwendest und dich aus dem Sog der Südknoten-Erfahrungen loslösen kannst.
Der Nordknoten zeigt dir, wohin deine Seele eigentlich in diesem Leben will. Viele betrachten den nördlichen Mondknoten als ein Ziel, das du erreichen musst, aber betrachte es eher als deine Reise zu einer bisher dir unbekannten Destination, er gibt dir eine neue Richtung für neue Erfahrungen vor, in die du dich bewegen darfst. Das ist deine Rückkehr. Denn das Versprechen, diesmal das Thema deines Nordknotens in Erfahrung zu bringen, hast du vor deiner Inkarnation bereits gegeben. Warum das Zeichen und die Hauspositionen in der Kombination wichtig sind, kannst du hier nachlesen.
Und der Ort dazwischen, alo die Suche, ist der Punkt, an dem eine karmische Lesung anfängt. Genau hier ist die Frage, die dich seit Jahren begleitet: Warum sehe ich so aus, wie ich aussehe? Warum erfüllt es mich nicht, was ich erreicht habe? Wofür bin ich eigentlich hier? Warum ich?
Die karmischen Mondknoten verraten dir, woher du kommst und wohin die Reise in diesem Leben (sowohl innerlich, als auch äußerlich) gehen darf. Das gesamte Horoskop baut auf dieser Achse auf. Eine vollständige Lesung gibt dir alle Details und karmischen Themen deines Lebens preis, aber dein SOS-Ruf, wenn du auf der Suche bist, ist mit dem Entschlüsseln deiner Mondknoten als erste Orientierung sehr gut bedient.
Jeder Mensch hat die Aufgabe, sich an das eigene Seelenversprechen zu erinnern. Und dieses Versprechen kannst du schwarz auf weiß mithilfe deines Geburtshoroskops in Erinnerung rufen.
Warum die Heldinnenreise kein Schema ist
Es wäre so einfach, wenn wir für alles eine perfekte Vorlage hätten. Eigentlich besitzt jeder genau seine Vorlage bzw.seinen Plan, aber diese sind so individuell wie dein Fingerabdruck. Dieser Plan wird dir per Geburt mit deinem Geburtshoroskop mitgegeben.
Im Übrigen sagt dir ein Schema, welche Stationen du zu durchlaufen hast. Diese Reise ist aber nicht linear. Wir Menschen, die Natur, Tiere, die Planeten… alles hat Zyklen. Auch ein linearer Lebenslauf ist eine Lüge.
Du gehst diese drei Phasen auch nicht einmal durch, sondern du gehst sie immer wieder. Es gibt Wochen, in denen du stark bist und wieder Wochen, in denen der Abstieg zurückkommt, das ist völlig normal. Ein patriarchaler Blick würde sagen, dass das ein Rückschritt ist. Aber, so wie die Natur selbstverständlich in Rhythmen funktioniert, so sind Zyklen und Rhythmen das natürlichste auf der Welt für die Frau. Eines der ersten Illusionen, die platzen muss, ist diese Vorstellung des linearen Lebenslaufes oder der Heldenreise.
Genau deshalb funktioniert hier keine Methode, die dir in fünf Schritten erklärt, wo du stehst. Deine Reise ist nicht nachbastelbar, weil sie deine ist, so individuell wie du selbst und genau so ist es auch gedacht. Niemand braucht die Kopie einer Kopie einer Kopie von irgendjemandem. Du hast eine ganz bestimmte seelische Bestimmung, beschmückt mit verschiedenen Aufgaben oder Rollen, aber die nur dir gehört.
Du kannst nun bei deiner Suche aufhören, in dem du deinen eigenen Mondknoten entdeckst oder direkt ein großes Karma Horoskop bei Be Mervellous buchst, worin wir alle karmischen Themen in nur einer Sitzung mit dir feststellen. It’s your choice. Wenn du direkt alles über dein Karma in Erfahrung bringen willst und kein anderes Geburtshoroskop-Reading ever brauchen willst: → Dein Übergang zum Horoskop
Be Mervellous ist dafür da, dich auf dem Weg in deinem Schicksal dorthin abzuholen und dir dabei zu helfen, dich dorthin zu positionieren, wofür du ursprünglich gekommen bist 🌹
Deine Merve(llous) 🖤
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